Kombinierte Geschichte

Opels Kombi-Geschichte

Opels Kombi-Geschichte

Opels Kombi-Geschichte

Fotos: Opel GmbH, Peter Löschinger (1)

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 1953 in Frankfurt stellte man dann eben den ersten echten Kombi Europas vor: den Olympia Rekord, dessen kastenförmiges Heck mit Seitenfenstern ausgestattet war und der gemeinsam mit der Limousine präsentiert wurde. Beide Versionen verfügten über eine Ponton-Karosserie und das charakteristische Haifischmaul. Die attraktive Kombi-Variante prägte eine Typbezeichnung, die als Synonym für eine komplette Fahrzeuggattung in die Automobilgeschichte eingehen sollte: „Caravan“. Die Wortschöpfung aus Auto („car“) und Lieferwagen („van“) soll der Legende zufolge aus der erstaunten Frage „This car is a van?“ hervorgegangen sein.

Im Gegensatz zu den bis dahin kastenförmigen Lieferwagen war der Olympia Rekord Caravan Jahrgang 1953 für damalige Verhältnisse geradezu extravagant. „Mit wenigen Handgriffen“, so die Werbung, „und ohne großen Kraftaufwand sind die Rücksitze umgeklappt – aus dem eleganten, gesellschaftsfähigen Opel Caravan ist ein Transporter von hohem Gebrauchswert und echter Wirtschaftlichkeit geworden.“

Der Opel Olympia Rekord Caravan war von Beginn an ein Erfolg und verschaffte dem Kombi soziale Akzeptanz, indem er die Vorteile einer komfortablen Limousine mit denen eines für gewöhnlich spartanischen, aber geräumigen Lieferwagens kombinierte. Die Menschen in Deutschland nannten diese neue Karosserieform „Caravan“ oder „Kombi“ – als Abkürzung von Kombinationskraftwagen, einem Auto, das die Eigenschaften zweier Fahrzeuggattungen vereint. Heutzutage würden die Marketingexperten solche Mobile als „flexible Crossover“ bezeichnen.

Das Caravan-Konzept überzeugte auch immer mehr Nichthandwerker und Opel stellte sicher, dass zu jeder neuen Opel-Limousine auch eine attraktive Kombi-Variante angeboten wurde. Rund 23.400 Exemplare des 1953er und 1954er Caravans produzierte Opel, mehr als zehn Prozent der Limousinen-Verkäufe. 1955 erreichte der Caravan einen Verkaufsanteil von rund 20 Prozent: 107.000 Limousinen standen 24.000 Kombis gegenüber.

Ermutigt durch die steigenden Caravan-Verkaufszahlen in der Mittelklasse, übertrug Opel das Kombi-Konzept auch auf das erste Kompaktmodell der Nachkriegszeit: den Kadett A von 1962. Der kompakte und günstige Kadett Caravan feierte seine Premiere im März 1963. Er katapultierte die Caravan-Zulassungen so weit nach oben, dass fast jeder zweite deutsche Kombi damals aus dem Hause Opel stammte. Zum Produktionsende des Kadett A 1965 war beinahe jedes vierte Auto ein Kombi – europaweit im Verhältnis von rund 500.000 zu 125.000.

Mit gegenüber der Limousinen-Version größeren Reifen (6.00-12 statt 5.50-12) und verstärktem Fahrwerk konnte der Kadett Caravan mit einem Zuladungsgewicht von 430 Kilogramm rund 100 Kilogramm mehr transportieren als die Limousine. Und während schon die Limousine als Raumwunder galt, so traf dies für den Kadett Caravan in gesteigerter Form zu: Sein üppig bemessener Laderaum ließ manchen seiner zeitgenössischen Kombi-Konkurrenten erblassen. Opel hatte übrigens ein Extra im Programm, das schon erste Anklänge an die jetzt aktuellen Vans wie den Zafira zeigte: Der Kofferraum ließ sich mit einem zusätzlichen Kindersitz ausrüsten, der allerdings entgegen der Fahrtrichtung montiert war.

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