Stefan Bellof († 1. September 1985) – Porsche-Fahrstunden bei Kremer

ADAC-Eifelrennen, 25. April 1982: Rolf Stommelen mit dem Kremer-Porsche 936.005 auf der Nürburgring-Nordschleife, Foto: Carsten Krome

ADAC-Eifelrennen, 25. April 1982: Rolf Stommelen mit dem Kremer-Porsche 936.005 auf der Nürburgring-Nordschleife, Foto: Carsten Krome

Vor der Nominierung zum Porsche-Werksfahrer: Stefan Bellof saß im Spätsommer 1982 im Kremer-936 und CK5, Foto: Fritz Sinn

Vor der Nominierung zum Porsche-Werksfahrer: Stefan Bellof saß im Spätsommer 1982 im Kremer-936 und CK5, Foto: Fritz Sinn

Einem Kometen gleich: Siege in den ersten beiden Formel-2-Europameisterschaftsläufen 1982 auf dem Maurer-BMW, Foto: Carsten Krome

Einem Kometen gleich: Siege in den ersten beiden Formel-2-Europameisterschaftsläufen 1982 auf dem Maurer-BMW, Foto: Carsten Krome

Obwohl grundverschieden, teilten beide Rennfahrer dasselbe Schicksal: Der Kölner Rolf Stommelen verunglückte am 24. April 1983 in Riverside/USA tödlich, Foto: PORSCHE SCENE Newsroom

Obwohl grundverschieden, teilten beide Rennfahrer dasselbe Schicksal: Der Kölner Rolf Stommelen verunglückte am 24. April 1983 in Riverside/USA tödlich, Foto: PORSCHE SCENE Newsroom

PORSCHE SCENE Background Story: Am 29. August 1982 durfte das Supertalent aus der Formel 2 erstmals Porsche-Luft schnuppern

1982 erlebte Kremer einen schwierigen Einstieg in die Gruppe C. Ein Nachbau der Porsche-Legende 917 hatte schon vor der offiziellen Einführung ein Zeichen setzen sollen. Bei den 24 Stunden von Le Mans 1981 blieb das Zwölfzylinder-Coupé hinter den Erwartungen zurück. Der zeitgleich fertiggestellte 935 K4 auf Gitterrohrrahmen-Basis passte ebensowenig in die Gruppe C, entsprach er doch noch der alten Gruppe 5. Die Konsequenz: ein Auslaufmodell, von Anfang an. Mit Glück verkaufte Kremer den 935 K4 an John Fitzpatrick, und nahm eine zweite Neuwagenbestellung aus USA entgegen. Kremer fing noch einmal von vorn an.

Zwei Abgänge erschwerten die Orientierung. Sponsor Jägermeister wechselte zu Zakspeed, Spitzenfahrer Bob Wollek setzte sich zu Joest Racing ab. Kremer reagierte mit einem weiteren Nachbau. Diesmal entstand eine Replika des 936/78. Porsche gab die Konstruktionspläne heraus, nicht aber den 2.140 ccm großen Werksmotor mit Vierventiltechnik. Man sagte Reinhold Joest nach, einen solchen Vierventiler zu besitzen. Damals schon zeichnete sich ab, was jahrzehntelang Bestand haben sollte. Die Beziehungen beider Rennställe zur Porsche AG waren nicht dieselben. Reinhold Joest funkte stets auf einer Wellenlänge mit den Stuttgartern. Der Odenwälder war strategisch anders aufgestellt. 

In Köln suchte man nach Sonderwegen. Auch der Kremer-Porsche 936.005 blieb davon nicht unberührt. Die Aerodynamik sollte ausgleichen, was dem Motor möglicherweise fehlte. Fahrerisch herrschte Gleichstand. Rolf Stommelen glich Bob Wolleks Weggang aus. 1980 holte der Profi aus der Kölner Nachbarschaft schon einmal für Kremer die Kastanien aus dem Feuer.

Trotz positiver Ansätze fand sich für die Deutsche Rennsportmeisterschaft 1982 aber kein Geldgeber. Der Kremer-Porsche 936.005 blieb sponsorlos. Bis zu den 24 Stunden von Le Mans entstand dennoch ein zweites Gitterrohrrahmen-Fahrgestell. Das war an den Kremer-Porsche 936.005 zwar angelehnt, jedoch als Gruppe C mit geschlossener Kanzel gebaut. Kremer taufte diese Kreation CK5. Die Luxusmarke Cartier und drei zahlende amerikanische Fahrer füllten die Teamkasse. Nach den 24 Stunden von Le Mans war der Kremer-Porsche CK5 frei für die Deutsche Rennsportmeisterschaft. Rolf Stommelen verließ das Cockpit des Kremer-Porsche 936.005 nach sechs Rennen – das nächste Auslaufmodell mit kurzer Einsatzhistorie. Einmal noch kam es zu Ehren.

Am 29. August 1982 durfte ein Supertalent aus der Formel 2 Porsche-Luft schnuppern: Stefan Bellof. Der Gießener erreichte auf dem Hockenheimring Startplatz fünf. Im Rennen fiel der Jungstar mit defekter Schaltung aus, während Stommelen dem Kremer-Porsche CK5 den ersten Sieg bescherte. Bob Wollek sicherte sich und Joest gleichentags die Deutsche Rennsportmeisterschaft. Das Duell der Porsche-Rennställe war entschieden.

Eine Woche später teilten sich Stefan Bellof und Rolf Stommelen den Kremer-Porsche CK5 bei der Marken-Weltmeisterschaft in Spa-Francorchamps: fünfter Platz im Training, Ausfall nach 50 Runden. 1983 saß Bellof im Werks-Porsche 956. Rolf Stommelen bemühte sich vor der Saison 1982 vergeblich um einen Werksvertrag. Obwohl charakterlich grundverschieden, teilten beide Rennfahrer dasselbe Schicksal. Rolf Stommelen verunglückte am 24. April 1983 in Riverside/USA tödlich, Stefan Bellof am 1. September 1985 in Spa-Francorchamps.

PORSCHE SCENE Background Story: Am 29. August 1982 durfte das Supertalent aus der Formel 2 erstmals Porsche-Luft schnuppern

Von: Carsten Krome

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