PS-Festival


Essen Motor Show 2016

Was hat Sidney Hoffmann, was wir nicht haben und nie haben werden? Die Antwort: Furusato. Das ist der erste in Deutschland von Rauh-Welt-Begriff umgestylte 911. Knaller wie dieser und andere Exponate aus den Bereichen Motorsport, Tuning und Classic Cars füllten die Hallen der Essen Motor Show 2016. Vom 26. November bis zum 4. Dezember versetzten die Ausstellungsstücke die Besucher in Staunen – sei es angesichts der abgefahrenen Tuning-Maßnahmen oder aufgrund der teilweise horrenden Preise, die für einige Oldtimer aufgerufen wurden.

Bleiben wir beim Thema Tuning. Wer einen Rauh-Welt-Begriff (RWB)-Porsche sein Eigen nennen möchte, benötigt Geld, Zeit und den ausschlaggebenden Funken Sympathie, denn Akira Nakai, Chef der japanischen Tuning-Schmiede, ist ein bisschen wählerisch. Er baut nur ein Auto pro Kunde um, jeder Karosseriebausatz ist dabei einzigartig und er kommt direkt zum Kunden nach Hause. So bekommt jeder modifizierte Porsche – ausschließlich luftgekühlte 911er – nicht nur eine individuelle Note, sondern auch seinen eigenen Namen. Und das ist der Grund, weshalb Hoffmanns Auto „Furusato“ heißt, auf Deutsch etwa Heimat oder Ursprung. Der Porsche des „PS-Profis“ ist der erste „made in Germany“ und weltweit der erste, der den so genannten „Royal Champion Wing“ trägt, ein wenig dezenter Heckspoiler. Kein Wunder, dass der ultraviolette, verbreiterte Renner bei der Motor Show in Essen zig Blicke auf sich zog.
Überhaupt sind Breitbauten und das Veredeln von Youngtimern besonders beliebt. Ein Trend, der sich schon im vergangenen Jahr andeutete und nun seine Fortsetzung fand. Davon zeugte mitunter die Sondershow „tuningXperience“ in den Hallen 1A und 12 mit rund 200 modifizierten Fahrzeugen aus ganz Europa. Laut Veranstalter waren in diesem Jahr so viele Fahrzeuge wie noch nie vor Ort. Die kreativen Köpfe reisten beispielsweise aus England, Finnland, Frankreich oder Ungarn an.

Viel Zuspruch erhielten angesagte Tuning-Schmieden wie JP Performance, Liberty Walk, Simon Motorsport und Sidney Industries. Ihre Stände erkannte man am großen Menschenauflauf, insbesondere dann, wenn Sidney und JP höchstpersönlich Autogramme im Akkord schrieben. Porsche-Tuner Techart präsentierte erstmals das umfangreiche Individualisierungsprogramm für den neuen 718 Boxster. Wer sich dann irgendwo zwischen Ersatzteilen, Werkzeugen, Hot Rods und Custom Show aufhielt, also in den Hallen sechs bis acht, wurde durch beinahe nonstop kreischende Bremsen respektive quietschende Reifen auf die Liveaction in der anliegenden DMAX-Motorsportarena aufmerksam gemacht. Die Driftfahrten sorgten für Applaus und herrlich stinkende Luft.
Wesentlich gediegener mutete der Classic & Prestige Saloon in Halle 1 an, in diesem Jahr mit einer Spezial-Präsentation „70 Jahre Ferrari“. Darüber hinaus boten 25 internationale Händler mehr als 250 auserlesene Automobile zum Verkauf an, manchmal, wie schon erwähnt, auch zu auserlesenen Preisen. Sechs- und siebenstellige Ziffernfolgen erinnerten schmerzhaft daran, dass so mancher Auto-Traum wohl immer ein Traum bleiben wird.
Apropos Traum: In einer Sondershow in Halle 3 sahen die Besucher der Messe zehn erfolgreiche Autos aus den ersten 20 Jahren DTM. Da hatte man direkt die Stars von damals vor Augen, seien es Ellen Lohr, Klaus Ludwig, Volker Strycek, Hans-Joachim Stuck usw. Nach anderthalb Wochen zog Geschäftsführer der Messe Essen, Oliver P. Kuhrt, eine positive Bilanz: Rund 360.000 begeisterte Fans besuchten 2016 die Automobilmesse. „Die Essen Motor Show hat eindrucksvoll ihre Ausnahmestellung unter den weltweiten Automobilmessen bewiesen: Hier werden sportliche Fahrzeuge und Marken regelrecht gefeiert. Das war auch dieses Jahr stark spürbar.“ Und Hermann Tomczyk, Sportpräsident des ADAC, ergänzte: „Ich freue mich bereits auf 2017, dann feiert die ideelle Trägerschaft von ADAC und Essen Motor Show den 30. Geburtstag.“

Von: Text: Sarah Sauer Fotos: Dominique Fourcade, Heinz-Peter Keller, Sarah Sauer

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